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Künftig soll die Stundentafel an Grundschulen um sechs Stunden wachsen – für Deutsch und Mathematik, aber auch für Musik und Sport. (Foto: dpa, Matthias Balk)

02.10.2026

Mehr Deutsch, Mathe und Musik für die Grundschulen

Ministerin Stolz kündigt im Bildungsausschuss nach dem Pisa-Schock mehr Stunden an Grundschulen an

Nach den schwachen Pisa-Ergebnissen plant Bayern mehr Unterricht an Grundschulen. Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) wies im Bildungsausschuss den Vorwurf eines „Zickzackkurses“ zurück. Die Opposition kritisierte die fehlende Verbindlichkeit. 

Nach den miserablen Pisa-Ergebnissen will Bayern bei den Basiskompetenzen nachlegen. Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) sprach im Bildungsausschuss von „inakzeptablen“ Werten. Überraschend seien die Zahlen allerdings nicht, schon frühere Vergleichsstudien hätten Kompetenzrückgänge gezeigt. Pisa selbst liefert keine Ergebnisse für einzelne Bundesländer. Aus anderen Studien wisse man aber, versicherte Stolz, dass Bayern trotz der Rückgänge bundesweit weit vorne liege.

Die Ministerin verwies auf die nach der Pisa-Studie 2023 gestartete Offensive an den Grundschulen. Mehr Zeit für Deutsch und Mathematik würden dort mit Diagnose- und Förderprogrammen verknüpft. Rund 233.000 Grundschüler hätten zudem das Lesescreening „BYLES“ durchlaufen. Bei Zweitklässlern in Oberbayern hätten nach der Förderung fünfmal so viele Kinder die höchste Kompetenzstufe erreicht, so die Ministerin. 

Hinzu kommen laut Stolz verpflichtende Sprachstandserhebungen vor der Einschulung. Dafür seien im vergangenen Schuljahr 900 zusätzliche Kurse eingerichtet worden. Künftig soll die Stundentafel an Grundschulen um sechs Stunden wachsen – für Deutsch und Mathematik, aber auch für Musik und Sport. Dabei waren bei den musisch-kreativen Fächern erst 2024 zugunsten der Basiskompetenzen Stunden gestrichen worden. Den Vorwurf eines „Zickzackkurses“ wies Stolz dennoch zurück: „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert.“

Personalsituation entspannt?

Vor zwei Jahren habe der Lehrkräftemangel mehr Unterricht verhindert. Inzwischen habe sich die Personalsituation aber entspannt. Zum neuen Schuljahr werde die Pisa-Offensive zudem auf Mittelschulen ausgeweitet. Als weiteren Baustein nannte Stolz die „digitale Balance“ gegen übermäßigen Medienkonsum.

Ausschussvizin Gabriele Triebel (Grüne) bemängelte in der Aussprache, dass die Förderprogramme nicht verbindlich an allen Schulen eingesetzt würden. Nötig sei eine „institutionelle Verankerung“. Auch in der Vorschule brauche es evidenzbasierte Förderung.

Oskar Atzinger (AfD) kritisierte, dass Lehrkräftefortbildungen „hauptsächlich während der Unterrichtszeit“ stattfänden. Ein Teil könnte seiner Meinung nach in die Ferien verlegt werden, um Unterrichtsausfall zu vermeiden.

Martin Brunnhuber (Freie Wähler) betonte, Bildungseinrichtungen könnten nicht alle Ursachen schwächerer Leistungen beeinflussen. „Wir müssen uns schon ganz genau überlegen, was wir mit der Schule überhaupt steuern können“, sagte er und verwies auf den Medienkonsum in der Freizeit und veränderte Bedingungen in Familien.

Katja Weitzel (SPD) war skeptisch, ob für die sechs zusätzlichen Wochenstunden an Grundschulen genügend Lehrkräfte zur Verfügung stehen. „Das muss mit Personal hinterlegt werden.“ Zudem verwies sie darauf, dass der Musikunterricht zurückgegangen sei, seit Kunst, Musik und Werken zu einem Fächerverbund zusammengeführt wurden.

Ausschusschef Peter Tomaschko (CSU) lobte das von Stolz vorgestellte Paket als „gewaltigen Aufschlag“. Besonders begrüßte er die sechs zusätzlichen Stunden und den Einsatz wissenschaftlich gestützter Förderprogramme. Nun müsse das nötige Personal auch in künftigen Haushalten abgesichert werden. (David Lohmann)
 

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