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Mit einer Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ab 2036 will München erneut olympische Spiele nach Bayern holen. Der Freistaat unterstützt das Vorhaben bereits finanziell. (Foto: dpa/Robert Haas)

16.07.2026

Olympiabewerbung: Freistaat hat bereits 350.000 Euro investiert

Gespräche mit dem Deutschen Olympischen Sportbund laufen bereits seit Monaten. Wie teuer eine Bewerbung oder spätere Austragung insgesamt werden könnte, lässt das Innenministerium allerdings offen. Das zeigt eine AfD-Anfrage

Olympische Spiele in München – darüber wird seit Jahrzehnten diskutiert. Während eine Bewerbung für die Winterspiele 2022 nach einem Bürgerentscheid bereits 2013 scheiterte, läuft inzwischen die Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele ab 2036. Der Freistaat unterstützt diesen Kurs finanziell.

Der Landtagsabgeordnete Rene Dierkes (AfD) wollte daher von der Staatsregierung unter anderem wissen, welche Aktivitäten Bayern für eine erneute Olympiabewerbung unterstützt, welche Kosten bislang entstanden sind, welche Gespräche geführt wurden und welche Haltung die Staatsregierung zu einer Bewerbung einnimmt.

Freistaat unterstützt Bewerbung ausdrücklich

„Die Staatsregierung unterstützt die Bewerbung der Landeshauptstadt München um die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Sommerspielen im nationalen Bewerbungsverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes für die Jahre 2036, 2040 oder 2044“, schreibt das Haus von Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Zur Unterstützung habe der Freistaat unter anderem die Kampagne zur Information und Mobilisierung der Bevölkerung vor dem Bürgerentscheid mit öffentlichkeitswirksamen Kommunikationsmaßnahmen begleitet. Außerdem fänden regelmäßig Gespräche mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und weiteren Beteiligten statt. Beispielhaft nennt das Innenministerium die Vorstellung der Kampagne am 2. September 2025, die Präsentation des Bewerbungskonzepts am 4. Juni 2025 sowie den Abend des Sports des Bayerischen Landes-Sportverbandes am 27. November 2025.

Im September 2026 will der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden, welche der vier deutschen Bewerberregionen für die Olympischen Sommerspiele ins Rennen geschickt wird.

Bereits 350.000 Euro aus dem Landeshaushalt

Erstmals wurden nach Angaben des Innenministeriums im Haushalt 2025 eigene Mittel für die Bewerbung eingestellt. „Für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele ab dem Jahr 2036 wurden im Haushaltsjahr 2025 spezifische Mittel eingestellt, der geleistete finanzielle Beitrag des Freistaates Bayern beläuft sich dabei auf knapp 350.000 Euro“, führt das Ministerium nicht aus.

Wie hoch die Gesamtkosten einer möglichen Bewerbung oder einer späteren Austragung ausfallen könnten, ist nicht bekannt. „Zu den Gesamtkosten aller Beteiligten kann die Staatsregierung keine Aussage treffen“, schreibt das Innenministerium. Für konkrete Berechnungen sei der Bewerbungsprozess noch nicht weit genug fortgeschritten. Auch zum späteren Finanzierungsanteil des Freistaats wolle die Staatsregierung derzeit keine hypothetischen Hochrechnungen vornehmen.

Bürgerentscheid und Nachhaltigkeit

Auf eine eigene Untersuchung zur Zustimmung der Bevölkerung verzichtet die Staatsregierung. „Spezifische Umfragen oder Studien hat die Staatsregierung diesbezüglich nicht in Auftrag gegeben und ausgewertet“, heißt es. Berücksichtigt worden seien jedoch öffentlich verfügbare Umfragen der Landeshauptstadt München vor dem Bürgerentscheid.

Den gescheiterten Bürgerentscheid aus dem Jahr 2013 hält die Staatsregierung nur eingeschränkt für vergleichbar. Damals sei über Winterspiele abgestimmt worden. Heute gehe es um Sommerspiele, zudem hätten sich durch die Reformen des Internationalen Olympischen Komitees die Rahmenbedingungen grundlegend verändert.

Sollte erneut über eine Bürgerbeteiligung entschieden werden, sieht die Staatsregierung die Verantwortung bei der Landeshauptstadt München. Diese müsse selbst darüber befinden, ob ein weiterer Bürgerentscheid durchgeführt werde.

Bestehende Sportstätten sollen genutzt werden

Beim Thema Nachhaltigkeit setzt die Staatsregierung nach eigenen Angaben auf bereits vorhandene Infrastruktur. „Um nachteilige Auswirkungen zu vermeiden, ist die Nachhaltigkeit eine wesentliche Grundlage des Bewerbungskonzepts.“ Geplant sei insbesondere eine weitgehende Nutzung bestehender Sportstätten sowie die umfassende Einbindung des Olympiaparks als "Herzstück" des Konzepts. Weitere Planungen würden im Verlauf des Bewerbungsverfahrens konkretisiert.

Grundsätzlich sieht die Staatsregierung in einer Olympiabewerbung große Chancen. Bayern könne sich als „weltoffene, gastfreundliche, sichere und stabile Region im Herzen Europas“ präsentieren. Zudem seien erhebliche positive Effekte für Tourismus und Wirtschaft zu erwarten. Deshalb unterstütze die Staatsregierung die Bewerbung der Landeshauptstadt München auch weiterhin. Sie verweist darauf, dass sich die Münchnerinnen und Münchner beim Bürgerentscheid 2025 für die Fortsetzung der Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele ausgesprochen hätten. (loh)

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