Landtag

Markus Söder, Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender (links), lud zu seinem ersten Adventskonzert im Münchner Cuvilliéstheater. Auf die Bühne kam er aber nur für ein kurzes Gespräch mit Moderator Florian Silbereisen und dem Nürnberger Christkind. (Foto: dpa/SvenSimon/Frank Hoermann)

17.02.2026

Söders großes Adventskonzert kostete rund 130.000 Euro

Die Kosten für den Premieren-Event des Ministerpräsidenten sorgen im Landtag für Kritik. Die Grünen sprechen von Ausweichmanövern der Staatskanzlei – und verweisen auf fehlende Mittel für Musikschulen

Das große Adventskonzert von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im vergangenen Dezember hat die Steuerzahler rund 130.000 Euro gekostet. Dies geht aus einer Antwort der Staatskanzlei auf wiederholte Anfragen der Grünen im bayerischen Landtag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Zunächst hatte der „Münchner Merkur“ darüber berichtet.

Mitte Dezember hatte Söder zum Adventskonzert in das prunkvolle Münchner Cuvilliéstheater geladen. Und zu der Premierenveranstaltung hatte er gefühlt alles aufgeboten, was Bayern musikalisch und kulturell zu bieten hat: die Regensburger Domspatzen, Haindling, Claudia Koreck, die Staatsphilharmonie Nürnberg, das Nürnberger Christkind – und den aus dem Fernsehen bekannten Moderator Florian Silbereisen.

Auch zahlreiche Promis waren zum Adventskonzert und dem anschließenden Empfang gekommen, darunter Ex-„Tatort“-Kommissar Udo Wachtveitl, Schauspielerin Veronica Ferres und Fußball-Weltmeister Paul Breitner.

Staatskanzlei antwortete erst nach langem Hin und Her

Nach Angaben der Grünen-Landtagsfraktionsvize Claudia Köhler hatte die Staatskanzlei sich lange gesträubt, die Summe zu nennen. Am Ende seien es „zwei Anfragen und eine Monierung mit mindestens vier Verwaltungsakten“ gewesen, bis von Staatskanzleichef Florian Herrmann auf Nachfrage von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (beide CSU) die geforderte Auskunft erteilt wurde. „Die Versuche, eine korrekte Antwort zu umgehen, lassen mich hoffen, dass der Ministerpräsident wenigstens ein schlechtes Gewissen hat“, sagte Köhler.

Herrmann hatte in seiner Antwort darauf verwiesen, dass die Kosten nur wegen des Zeitpunktes der Anfrage noch nicht hätten genannt werden können. Aus Sicht Köhlers wäre das Geld zudem besser bei den Musikschulen im Land aufgehoben gewesen. Hier fehlten im Entwurf des Haushaltsplans 2026 etwa 1,242 Millionen Euro im Vergleich zum Ansatz 2025, kritisierte sie.

Staatsregierung will bei Empfängen sparen

Gemessen am Umfang des bayerischen Staatshaushaltes sind die 130.000 Euro zwar sicher keine große Summe – auf der anderen Seite hatte Söder bei der Aufstellung des Etats für 2026 und 2027 aber wiederholt betont, dass wegen knapper werdender Mittel künftig an derartigen Empfängen und Veranstaltungen gespart werden solle. So soll es keine neuen Stellen für Ministerien oder die Staatskanzlei geben, auch bei den Ausgaben in den Häusern sollen jeweils fünf Prozent gestrichen werden. (dpa)

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