Leben in Bayern

ESA-Astronaut Matthias Maurer berichtet mit Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) und DLR-Vorstand Walther Pelzer über sein medizinisches Training für Weltraummissionen. (Foto: dpa/Jörg Ratzsch)

14.07.2026

Für Notfälle: Astronaut Maurer übt Zähne ziehen

Zähne ziehen im All? Matthias Maurer musste als ESA-Astronaut bei echten Patienten üben – und hat dabei nach eigenen Angaben mehr gelitten als sie

Astronauten müssen nicht nur gut in Form sein und große körperliche Belastungen aushalten, sie müssen im All zur Not auch unangenehme Dinge tun können, zum Beispiel Zähne ziehen oder Wunden nähen. Über ein spezielles Training, das Astronauten dafür durchlaufen, berichtete der deutsche Astronaut Matthias Maurer am Rande eines gemeinsamen Besuches mit Raumfahrtministerin Dorothee Bär (CSU) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln.

Training an echten Patienten

„Als ESA-Astronaut macht man ein medizinisches Feldtraining. Wir gehen in eine Klinik und durchlaufen verschiedene Stationen“, sagte Maurer der Deutschen Presse-Agentur. Dort übe man zum Beispiel das Nähen von Wunden oder auch einen Katheter bei Harnverhalt zu legen. Auch einfache zahnärztliche Behandlungen gehören nach Maurers Angaben zum Programm. „Teil der Ausbildung war dann auch bei mir, dass ich einen richtigen Zahn ziehen durfte. Also ein fauler Zahn war es, kein gesunder Zahn.“

Auf Nachfrage erläuterte Maurer, dass er dies bisher bei zwei Patienten geübt habe. Es habe sich jeweils um ältere Personen gehandelt. Eine habe nur noch einen Zahn gehabt. „Und das war unter strenger ärztlicher Aufsicht, und diese Person wurde vorinformiert und hat sich bereit erklärt, dass das von einem Nicht-Profi, so wie mir, durchgeführt werden durfte.“ Er habe mit den Patienten mitgelitten. „Wahrscheinlich habe ich sogar mehr gelitten, weil es doch eine unangenehme Sache ist, jemandem einen Zahn zu ziehen.“

Hoffnung auf eine Mondmission

Der 56-Jährige ist optimistisch, Teil einer der „Artemis“-Mondmissionen der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu werden. „Ich denke, ich habe eine ganz große Chance, zum Mond zu fliegen, vielleicht auch auf dem Mond zu landen.“ Für Europa könnten bei den geplanten Mondmissionen 2028 entweder Maurer oder Alexander Gerst an Bord sein. Eine Entscheidung steht noch aus. (dpa)

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