Leben in Bayern

Vor allem an ländlichen Standorten werden Bahnschranken in Bayern noch per Hand bedient. (Foto: dpa/Patrick Pleul)

25.05.2026

Manuelle Bahnschranken: Wo in Bayern noch gekurbelt wird

In Bayern werden noch immer einige Dutzend Bahnschranken per Hand bedient. Vor allem auf dem Land setzt die Bahn auf die langlebige Technik – doch nach und nach wird umgerüstet

Ein Zug kommt, die Bahnschranken senken sich. Meistens passiert das automatisch. In Bayern gibt es aber noch immer einige Dutzend Bahnübergänge, die per Hand heruntergelassen werden müssen. Rund 120 Mitarbeiter sind im Freistaat laut einer Sprecherin der Deutschen Bahn für die Steuerung solcher Schranken zuständig.

Die meisten manuellen Schranken befinden sich demnach an ländlichen Standorten mit wenig Verkehr. Sie zeichneten sich vor allem durch ihre Langlebigkeit aus, sagt die Sprecherin. Es würden trotzdem immer weniger – die Deutsche Bahn setze auf eine Umrüstung, „wo es betrieblich und technisch sinnvoll ist“. Allein in den nächsten fünf Jahren solle „eine niedrige zweistellige Zahl“ von ihnen entweder ganz verschwinden oder mit einer automatischen Steuerung aufgerüstet werden.

Viele Unfälle an Bahnübergängen

An Bahnübergängen kommt es immer wieder zu Verkehrsunfällen. Im Jahr 2024 gab es in Bayern der DB-Statistik zufolge 39 solcher Fälle. Mehr als 95 Prozent der Unglücke an Übergängen passieren demnach aus Unaufmerksamkeit, Leichtsinn oder Unwissen. 2024 gab es der Statistik zufolge im Freistaat insgesamt 2.895 Bahnübergänge – so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Um zu entscheiden, ob ein Umbau eines Bahnübergangs nötig ist, finden laut Sprecherin regelmäßige „Verkehrsschauen“ statt – unter anderem mit Beteiligten der Deutschen Bahn, der Verkehrsbehörde und der Bundespolizei. Nach Unfällen gebe es immer Sonderschauen.

In der Sicherheit würden sich manuelle Bahnschranken jedoch nicht von ihren automatischen Pendants unterscheiden – es gelten dieselben Vorgaben. Auch die finanziellen Mittel für die Instandhaltung fielen gleich aus. Der einzige Unterschied: die Personalkosten. Die könnten jedoch nicht pauschal eingeschätzt werden, so die Sprecherin. (dpa/lby)

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