Politik

In bayerischen Schwimmbädern wurden 2025 mehr Straftaten registriert als im Vorjahr. Einige Betreiber setzen deshalb inzwischen auf eigene Sicherheitsdienste. (Symbolfoto: dpa/Franziska Kraufmann)

14.08.2026

Aggressivität in Bayerns Freibädern steigt

Trotz vieler Straftaten hält die Staatsregierung die Sicherheitslage für „hervorragend“

Viele Bademeisterinnen und Bademeister berichten von zunehmenden Anfeindungen in Freibädern. So eskalierte im Juli in Cham ein Streit mit zehn jungen Männern, als der Bademeister sie bat, leiser zu sein. Auch Fälle von sexueller Belästigung sorgen immer wieder für Schlagzeilen. In Nürnberg erließ ein Ermittlungsrichter kürzlich Haftbefehl gegen einen 53-Jährigen.

Wie groß das Sicherheitsproblem in bayerischen Freibädern ist, wollte der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Jurca wissen. Die Staatsregierung nennt für das Jahr 2025 insgesamt 1484 Straftaten in Schwimmbädern – darunter 608 Diebstähle, 183 Körperverletzungen und 74 Fälle sexueller Belästigung. 2024 waren es noch 1396 Straftaten.

Mehr Straftaten, aber keine eigene Freibad-Statistik

Aufschluss gibt die Antwort auch über die Staatsangehörigkeit der Tatverdächtigen: 461 waren Deutsche, 307 hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Am häufigsten vertreten waren Syrer, gefolgt von Ukrainern und Türken. Das Bundeskriminalamt verweist aber darauf, dass Straftaten mit als „migrantisch“ oder „fremd“ wahrgenommenen Personen häufiger angezeigt werden.

Wie oft die Polizei wegen Streit, Ruhestörungen oder anderer Vorfälle gezielt in Freibäder ausrücken musste, kann die Staatsregierung dagegen nicht sagen. Eine Statistik, die ausschließlich Freibäder erfasst, gibt es nicht. Polizeieinsätze werden in der Kriminalstatistik nicht erfasst, Platzverweise und Hausverbote ebenfalls nicht ausgewertet.

Während einige Betreiber wie in Bamberg oder Erlangen inzwischen auf eigene Sicherheitsdienste setzen, sieht das Haus von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Lage gelassen. Angesichts von knapp 900 öffentlichen Schwimmbädern und Millionen Badegästen sei insgesamt „eine hervorragende Sicherheitslage zu konstatieren“. Eine zusätzliche Auswertung sei deshalb „nicht erforderlich“. (David Lohmann)

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