Politik

Die Pflegekosten gehen immer weiter in die Höhe. Deswegen arbeitet Gesundheitsministerin Nina Warken an einer Reform. (Foto: dpa/CHROMORANGE, Michael Bihlmayer)

26.05.2026

Bericht: Gesundheitsministerin erwägt höheren Pflegebeitrag für Kinderlose

In der Pflegeversicherung droht ein Milliardendefizit – deshalb arbeitet Gesundheitsministerin Nina Warken an einer Reform. Ein möglicher Baustein wird jetzt diskutiert

Zur Sanierung der schwer angeschlagenen gesetzlichen Pflegeversicherung ist eine weitere Erhöhung des Beitragssatzes für Kinderlose im Gespräch. Ein entsprechender Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Koalitionskreisen bestätigt. 

Demnach erwägt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bei der Reform der Pflegeversicherung, den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent anzuheben. Warkens Ministeriums wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen, sondern verwies auf ein kommendes Gesamtkonzept. Wann dies vorgelegt wird, blieb offen.

Laut RND liefe die Idee darauf hinaus, dass Versicherte ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren insgesamt einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es demnach bei den bisherigen Sätzen von 3,6 Prozent (ein Kind), 3,35 Prozent (zwei Kinder) beziehungsweise 3,1 Prozent (drei Kinder). 

DAK-Chef: Pflegebeitrag könnte noch dieses Jahr steigen

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, der auch für die Pflegekassen zuständig ist, hatte von wachsenden Finanzlöchern berichtet. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Der Vorstandschef der großen Krankenkasse DAK, Andreas Storm, warnt eindringlich vor den Folgen. 

"Die gesetzliche Pflegeversicherung ist ein Notfallpatient, der schnelle Rettungsmaßnahmen benötigt", sagte Storm der dpa. "Passiert nichts, brauchen mehrere Pflegekassen kurzfristig Finanzhilfen, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden." Noch in diesem Jahr seien steigende Kosten für Versicherte denkbar, fügte er hinzu: "Angesichts des neuen aktuellen Milliardendefizits ist auch eine Beitragserhöhung von bis zu 0,2 Prozentpunkten in der zweiten Jahreshälfte zu befürchten."

Der Bund müsse "den Einstieg in die Rückzahlung der Corona-Hilfen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro schaffen", meinte Storm. Dabei geht es um Mehrkosten, die während der Pandemie von den Pflegekassen getragen wurden, aber aus deren Sicht aus Steuermitteln beglichen werden sollten. 

Für die Pflegereform forderte Storm einen neuen Anlauf nach der Sommerpause. "Die bislang bekanntgewordenen Reforminhalte würden die Pflegekrise nicht lösen, sondern weiter verschärfen", meinte der frühere CDU-Gesundheitspolitiker. (dpa)
 

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