Politik

Die Bundespolizei verzeichnete 2025 mehr Gewaltdelikte, aber insgesamt weniger Straftaten. (Foto: dpa/Marcus Golejewski)

09.07.2026

Bundespolizei-Bilanz: Weniger Straftaten – mehr Gewalt

Die Zahl der Gewaltdelikte im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei stieg 2025 um 4,2 Prozent. Insgesamt wurden dagegen weniger Straftaten registriert – vor allem wegen rückläufiger Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz

Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr mehr Gewaltdelikte an Bahnhöfen und anderen Orten, für die sie zuständig ist, festgestellt. Wie aus dem Jahresbericht der Bundespolizei für 2025 hervorgeht, stieg die Zahl der Gewaltdelikte im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle.

Gemäß der Eingangsstatistik der Bundespolizei zählen zur Gewaltkriminalität sämtliche Körperverletzungs- und Raubdelikte, Straftaten gegen das Leben, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie Delikte gegen die öffentliche Ordnung. Sexualdelikte werden separat erfasst. Bei Gewaltdelikten mit bekannten Tatverdächtigen lag der Anteil deutscher Staatsangehöriger bei 53 Prozent. Ein Messer wurde bei 3,9 Prozent aller Gewaltdelikte mitgeführt.

Mehr Angriffe auf Einsatzkräfte

Die Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte der Bundespolizei stieg um 7,4 Prozent auf 3.185 betroffene Beamtinnen und Beamte. Neben Faustschlägen und Tritten zählten dazu unter anderem auch Bisse und Spuckattacken. Verletzt wurden 818 Polizistinnen und Polizisten – ein Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 53 Prozent der Tatverdächtigen standen laut Bundespolizei unter dem Einfluss berauschender Mittel.

Dass die Zahl der im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei registrierten Straftaten 2025 insgesamt um 5,8 Prozent auf rund 604.700 zurückging, hängt vor allem mit weniger Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz zusammen.

Grenzkontrollen und Migration

An allen deutschen Landesgrenzen gibt es seit September 2024 Grenzkontrollen. Im Mai 2025 wurden sie noch einmal verschärft. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellte Lockerungen in Aussicht, wenn die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas) wie erhofft funktioniert.

Die Bundespolizei nennt als Gründe für den Rückgang irregulärer Migration unter anderem die verschärfte Zurückweisungspraxis sowie sinkende Migrationszahlen aus Afghanistan, Syrien, der Türkei und der Ukraine. Von den knapp 58.800 geplanten Rückführungen scheiterten im vergangenen Jahr mehr als 34.800. Die Zahl der Beschäftigten der Bundespolizei stieg unterdessen um 0,7 Prozent auf 55.369 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (dpa)

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