Politik

Holzhaus in Pfaffenhofen a.d.Ilm: Das Förderprogramm für klimafreundliche Holzbauten in Bayern läuft aus. (Foto: dpa/Peter Schatz)

03.03.2026

Bayern will keine klimafreundlichen Holzbauten mehr fördern

2021 bezeichnete Markus Söder Bayerns Holzbauförderung als wichtige Säule für den Klimaschutz. Fünf Jahre später sind andere Themen offenbar wichtiger: Das Programm läuft still und heimlich aus

Das 2022 als Teil der bayerischen Klimastrategie gestartete Holzbauförderprogramm läuft Ende 2026 aus. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen, neue Anträge können bereits jetzt nicht mehr gestellt werden. Anders als der Start vor vier Jahren wurde das Ende der Förderung bisher nicht großartig öffentlich kommuniziert.

Staatsregierung setzt andere Schwerpunkte

„Vor dem Hintergrund des weiterhin hohen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum konzentriert die Staatsregierung die verfügbaren Mittel verstärkt auf Programme mit breiter und sozialer Wirkung. Förderinstrumente werden regelmäßig überprüft und dort eingesetzt, wo sie den größten Beitrag zur Schaffung von Wohnraum leisten“, teilte ein Sprecher des zuständigen Bauministeriums auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Auslaufen des Programms bedeute weder eine Abkehr vom Klimaschutz noch eine Reduzierung der Gesamtförderung. „Die Mittel für die Wohnraumförderung bleiben auf Rekordniveau – im Doppelhaushalt 2026/2027 sind 3,6 Milliarden Euro vorgesehen.“

Bei der Einführung der Förderrichtlinie hatte die Staatsregierung aber sehr wohl gerade die Effekte für den Klimaschutz durch die Förderung von Holzbauprojekten betont: „Die Förderrichtlinie ist ein Meilenstein für mehr Klimaschutz in Bayern. Denn Holz ist der Roh- und Baustoff der Zukunft“, sagte damals vor der geladenen Presse etwa Forstministerin Michaela Kaniber. Bauminister Christian Bernreiter (beide CSU) erklärte zudem, dass dadurch auch ein wichtiger Baustein „für mehr Wohnraum sowie für klimagerechte Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen der sozialen Infrastruktur“ geschaffen wurde.

Kritik von den Grünen

Die Grünen im Landtag kritisierten die Entscheidung der Staatsregierung: „Wer die Holzbauförderung streicht, blockiert aktiven Klimaschutz im Gebäudebereich“, sagte Ursula Sowa, Landtagsabgeordnete und Fraktionssprecherin für Bau bei den Grünen. „Holz bindet CO2, senkt graue Emissionen und stärkt regionale Wertschöpfungsketten. Statt diesen zukunftsfähigen Baustoff weiter zu fördern, setzt die Staatsregierung auf Beton und Bürokratie.“ Mit dem Förder-Aus werde zudem die notwendige Bauwende ausgebremst. Bayerns vielbeschworener „Bauturbo“ laufe damit künftig auf Beton.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte 2021 in einer Regierungserklärung den Holzbau als wichtige Säule in Bayerns Klimaschutzambitionen bezeichnet - gerade auch hinsichtlich des damaligen Ziels, bis 2040 klimaneutral zu werden: „Holz ist für Bayern eine der großen Chancen. All denjenigen, die sich immer nur auf ein oder zwei Elemente festlegen, ist zu raten: Wer nicht das Gesamte im Blick hat, wird beim Klimaschutz scheitern.“ Inzwischen hat die Staatsregierung ihr Ziel der Klimaneutralität bereits auf 2045 verschoben.

Söder hob 2021 Bedeutung von Holzbau für Bayerns Klimaziel hervor

Für die Grünen ist das Ende der Holzförderung ein weiterer Beleg für die Abkehr der Staatsregierung vom Klimaschutz: „Nach der Energiewende jetzt die nächste Blockade: Die Union zeigt, dass sie weder beim Strom noch beim Bauen verstanden hat, was Klimaschutz bedeutet“, betonte Sowa. Statt Wandel zu gestalten, verteidige sie Strukturen von gestern – auf Kosten von Handwerk, Wohnraum und Klima.

Das Bauministerium bemühte sich dagegen, mögliche Nachteile für den Klimaschutz zu relativieren: „Der Holzbau ist mittlerweile wettbewerbsfähig und fest im Markt verankert, strukturell negative Auswirkungen auf die Bauwirtschaft sind deshalb nicht zu erwarten. Auch ökologisch ist dies kein Rückschritt“, sagte ein Sprecher. Seit der Einführung seien rund 510 Vorhaben mit einem Volumen von rund 58 Millionen Euro unterstützt worden. Generell betrug die Förderung 500 Euro je Tonne der in den Holzbauelementen gebundenen Menge CO2, bei einer maximalen Fördermenge von 200.000 Euro. (dpa)

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