Politik

Die PV-Anlage auf dem Dach ist bei vielen Neubauten zur Selbstverständlichkeit geworden. Braucht es dann noch eine Förderung dafür? (Foto: dpa/imageBROKER/Joko)

01.09.2025

Förderung von PV-Anlagen: Milliarden woanders einsetzen

Es gab viel Gegenwind für Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), als sie die Streichung der Förderung von privaten Photovoltaikanlagen ankündigte. Doch sie hat einen Punkt. Im BSZ-Kommentar erklärt Thorsten Stark, warum

Selbst sinnvolle Förderungen überschreiten irgendwann ihren Zenit. So ist es auch bei Photovoltaikanlagen. Ein Blick in ein Neubaugebiet reicht: Kaum ein Haus wird noch errichtet, dessen Dach nicht von einer Photovoltaikanlage bedeckt ist. Auch auf vielen bestehenden Wohnhäusern sieht man Solarmodule. Gut die Hälfte des in Deutschland erzeugten PV-Stroms entfällt auf Anlagen von Privatleuten. Solarstrom lohnt sich – besonders für die Betreiber: Eine Anlage hat sich in der Regel nach etwas mehr als einem Jahrzehnt amortisiert.

In der Vergangenheit sorgte dafür vor allem die sogenannte Einspeisevergütung: Wer seinen erzeugten Solarstrom ins Netz speist, erhält dafür von den Stromnetzbetreibern 20 Jahre lang einen festgelegten Betrag pro Kilowattstunde. Nun ging dieser Betrag in den vergangenen Jahren immer weiter zurück, inzwischen sind es nur noch wenige Cent pro Kilowattstunde. Dafür sind die Module und die Stromspeicher mittlerweile deutlich günstiger. Der Fokus der privaten Nutzer liegt jetzt darauf, viel erzeugten Strom selbst zu nutzen und möglichst wenig teuren Netzstrom zu beziehen. Damit lässt sich ordentlich Geld sparen. Die Einnahmen aus der Einspeisevergütung spielen bei einer Kaufentscheidung dagegen keine Rolle mehr. 

Lieber in Stromspeicher und intelligente Netze investieren

Entsprechend ist diese Förderung heute überflüssig – nur für den Steuerzahler stellt sie eine hohe Belastung dar. Denn die Kosten für die Einspeisevergütung holen sich die Netzbetreiber vom Staat zurück. In diesem Jahr wird der Bund schätzungsweise rund 16,5 Milliarden Euro zahlen – die Kosten für gewerbliche Anlagen mitgerechnet. Also: weg damit! 

Gut, dass die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zumindest der Förderung privater Anlagen ein Ende setzen will. Das so eingesparte Geld sollte man lieber in den Ausbau von Stromspeichern und intelligenten Netzen stecken. So könnte der Solarstrom, mittlerweile schon fast 15 Prozent der gesamt erzeugten Strommenge, vermehrt dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint. Davon hätte auch die Allgemeinheit etwas. 
 

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