Politik

Migration, ein Dauerthema. (Foto: dpa/photothek.de, Florian Gaertner)

08.05.2026

Migrationswende scheitert an den Ausreisen

Die Zahl der Abschiebungen sinkt, zudem kehren relativ wenige Syrien-Geflüchtete zurück

Während sich die Bundesregierung für die Migrationswende feiert, leben in Deutschland auch nach Ende des Bürgerkriegs noch immer 926 000 syrische Staatsangehörige. Die Zahl der Syrien-Rückkehrer ist viel geringer als in anderen Staaten. Die Zahl der Abschiebungen von Asylbewerbern insgesamt ist sogar gesunken. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden laut Bundesregierung 4807 Menschen abgeschoben, 1344 weniger als im ersten Quartal 2025.

Trotzdem: Diese Woche jubelte Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU), es kämen deutlich weniger Flüchtlinge ins Land. Straftäter würden „sogar nach Syrien und Afghanistan abgeschoben“.

Migrationsforscher erklären indes, der Rückgang der Flüchtlingszahlen sei nicht das Verdienst der Bundesregierung. Sondern resultiere unter anderem aus dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien.

Aus anderen Staaten kehren deutlich mehr Syrien-Flüchtlinge in ihre Heimat zurück als aus Deutschland


Derweil gibt die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen bekannt, dass seit dem Sturz von Assad im Dezember 2024 bereits mehr als 1,6 Millionen Flüchtlinge nach Syrien zurückgekehrt sind: davon 634 000 aus der Türkei, 621 000 aus dem Libanon und 284 000 aus Jordanien. Aus Deutschland jedoch nur ein Bruchteil. Wie das Bundesinnenministerium der Staatszeitung mitteilt, reisten seit Ende 2024 „mindestens“ 10 270 syrische Staatsangehörige freiwillig aus. 

Warum so wenige? Das sei das Ergebnis „persönlicher Entscheidungen“, so das Innenministerium. Im März hatte Kanzler Merz (CDU) erklärt, 80 Prozent der hier lebenden Menschen aus Syrien sollten heimkehren. Nach öffentlichem Protest zog er es vor, die Zahl nicht zu wiederholen.

In Bayern leben laut bayerischem Innenministerium 88 000 Syrerinnen und Syrer, davon 55 000 Geflüchtete. Die Beschäftigungsquote aller lag zuletzt bei 51,3 Prozent.

Von SPD, Linken und Grünen kam jetzt der Vorschlag, syrischen Geflüchteten befristete Reisen in die Heimat zu erlauben, ohne dass sie ihren Schutzstatus verlieren. Die Betroffenen sollten selbst entscheiden, ob sie zurückwollten. So großzügig sind andere Länder nicht.
(Waltraud Taschner)
 

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