Politik

Auch in Deutschland gab es nach dem US-Angriff auf Venezuela Proteste. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen der USA zunächst nicht rechtlich bewerten wollen. (Foto: dpa, Bodo Marks)

05.01.2026

Wadephul verteidigt Reaktion von Merz auf US-Angriff in Venezuela

Der Außenminister stellt sich hinter den Kanzler und verweist auf die Komplexität der Lage nach dem US-Angriff in Venezuela. Welche Aspekte sind für ihn bei der Bewertung entscheidend?

Außenminister Johann Wadephul hat die Reaktion von Bundeskanzler Friedrich Merz (beide CDU) auf das Vorgehen der USA in Venezuela verteidigt. "Es gibt in der Tat verschiedene Aspekte, die wir zu berücksichtigen haben und insofern hat der Bundeskanzler vollkommen recht. Es ist außerordentlich komplex", sagte er im "Deutschlandfunk". 

"Maduro hat ein Unrechtsregime angeführt, acht Millionen Menschen haben das Land verlassen. Es gibt politische Gefangene", sagte der Außenminister. Außerdem hätten die Vereinten Nationen die Menschenrechtslage in Venezuela als sehr kritisch bezeichnet und es gebe Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof gegen Venezuela. Maduro sei zudem nicht der rechtmäßig gewählte Präsident dieses Landes. "All das muss man berücksichtigen", sagte Wadephul. Auch geopolitische Interessen der USA spielten bei dem Angriff eine Rolle.

Zugleich erwarte er, dass die Vereinigten Staaten "die internationale Rechtslage nicht nur beachten, sondern uns und allen anderen auch darlegen, auf welcher Grundlage das geschehen ist". "Aber ich finde, auch alle anderen Aspekte gehören zur Gesamtbewertung dazu."

Merz: "Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex."

Kanzler Merz hatte den US-Angriff auf Venezuela rechtlich zunächst noch nicht bewerten wollen. "Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit", hatte er am Samstag mitgeteilt. Grundsätzlich müssten im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten. "Jetzt darf in Venezuela keine politische Instabilität entstehen. Es gilt, einen geordneten Übergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung zu gewährleisten."

Die USA hatten in der Nacht zu Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. (dpa)
 

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