Wirtschaft

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie rechnet mit einem deutlichen Stellenabbau. (Foto: dpa/Armin Weigel)

15.07.2026

Bis zu 40.000 Jobs in Bayerns Metall- und Elektroindustrie bedroht

Die Arbeitgeberverbände bayme und vbm rechnen bis Ende 2027 mit dem Abbau von bis zu 40.000 Arbeitsplätzen in Bayerns Metall- und Elektroindustrie. Auch andere Branchen blicken pessimistisch auf den Arbeitsmarkt

In der gebeutelten bayerischen Metall- und Elektroindustrie könnten in diesem und im nächsten Jahr bis zu 40.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm erwarten für dieses Jahr den Abbau von 20.000 Stellen, im nächsten Jahr könnte sich das in ähnlicher Größenordnung fortsetzen. Das berichtete Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in München.

Grund ist die anhaltende schlechte Lage des wichtigsten Wirtschaftszweigs in Bayern. Auch in diesem Jahr ist die Produktion der bayerischen Industrie insgesamt bislang geschrumpft, wie das Landesamt für Statistik meldete. In ganz Deutschland gingen nach Daten der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr 177.000 Arbeitsplätze verloren, davon allein in der Autoindustrie und bei deren Zulieferern 52.000.

Lage schlecht, Aussichten auch

Im industriell geprägten Bayern schlägt die Krise voll durch. In den letzten acht Jahren haben die heimischen M+E-Unternehmen nach Brossardts Worten 15 Prozent an Produktion verloren. In der halbjährlichen Konjunkturumfrage bewerteten die Mitgliedsunternehmen der beiden Arbeitgeberverbände im Saldo sowohl die Lage als auch die Aussichten im In- und Ausland negativ.

Neue Mitarbeiter einstellen wollen Firmen demnach im Saldo lediglich im Ausland, während die Inlandsbeschäftigung sinkt. Zur Metall- und Elektroindustrie zählen unter anderem Autohersteller und Zulieferer, Maschinenbau, Elektroindustrie und Rüstungsfirmen.

Industrie- und Handelskammern ebenso pessimistisch

Nahezu gleichzeitig veröffentlichte der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) eine ebenso pessimistische Firmenumfrage zum bayerischen Arbeitsmarkt insgesamt. Als wesentlichen Grund für Stellenabbau nannten die Unternehmen hohe Arbeitskosten.

Aktuell wollen laut BIHK über alle Branchen hinweg 24 Prozent der Betriebe Personal abbauen, lediglich 11 Prozent ihre Belegschaften vergrößern. In der Industrie ist es demnach sogar jedes dritte Unternehmen. „Der bayerische Arbeitsmarkt wirkt robuster, als er tatsächlich ist“, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.

Die Metall- und Elektro-Branche hatte bereits 2025 nach Brossardts Worten 20.000 Jobs abgebaut. Bis Ende dieses Jahres könnte die Zahl der Beschäftigten nach derzeitigem Stand auf 825.000 sinken. Ende 2023 waren es noch über 870.000.

Produktion weiter gesunken

Nach neuen Zahlen des Statistischen Landesamts ist die Produktion aller Industriezweige in Bayern in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 3,8 Prozent gesunken – auch an diesen Daten lässt sich die schwere Krise der M+E-Branche gut ablesen: Überdurchschnittlich hart getroffen sind demnach die Autoindustrie mit einem Produktionsrückgang von zehn Prozent und der Maschinenbau mit einem Minus von über neun Prozent.

Nach den Sommerferien steht in der Metall- und Elektrobranche die nächste Tarifrunde mit der IG Metall an. „Das wird bestimmt schwierig“, sagte Brossardt und betonte zugleich den Einigungswillen der Arbeitgeber.

Die Krise der Industrie hat nach Einschätzung von Ökonomen mehrere Ursachen: Dazu zählen hohe Kosten in Deutschland, die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, das Erstarken der chinesischen Konkurrenz und die Kriege und Krisen der vergangenen Jahre. (dpa)

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