Wirtschaft

Die Messe München erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein Rekordergebnis. (Foto: Friedrich H. Hettler)

25.06.2026

Deutlich überdurchschnittlich gewachsen

Für die Messe München war das Geschäftsjahr 2025 ein Mega-Messejahr mit einem Rekordergebnis

Die Messe München hat im Geschäftsjahr 2025 das beste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt“, erklärten Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel, die beiden Geschäftsführer der Messe München, bei der Vorstellung der Bilanz. „Die hervorragenden Zahlen in konjunkturell anspruchsvollen Zeiten zeigen auch, wie relevant Messen für die Wirtschaft und den internationalen Austausch sind.“ 

Mit insgesamt 18 Eigen-, Beteiligungs- und Kooperationsveranstaltungen, darunter zehn der mittlerweile 14 Weltleitmessen, sowie 74 Gastveranstaltungen war das vergangene Messejahr am Standort München besonders ereignisreich und besucherstark. Insgesamt 34 600 Aussteller und über 2,55 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen zur Messe München. Dabei lag der Anteil internationaler Aussteller bei 60,2 Prozent und bei den Besuchern bei 40,7 Prozent, berichtete Rummel.

Das Plus bei den Ausstellern lag letztes Jahr bei 7 Prozent (am Markt 0,7 Prozent), das der Besucher bei 9 Prozent (am Markt 3 Prozent) und das der Standfläche bei 5 Prozent (am Markt 0,7 Prozent). Im Vergleich zum deutschen Messemarkt zeige dies, so Rummel, dass die Eigenveranstaltungen deutlich überdurchschnittlich gewachsen sind.

Insgesamt sorgten Aussteller und Besucher für ein erhebliches Umsatzplus. Zusammen mit dem Umsatz der Auslandsgesellschaften der Messe München ergibt sich damit ein konsolidierter Konzernumsatz in Höhe von 594 Millionen Euro, ein Konzern-EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation) von 175 Millionen Euro und ein Konzern-Jahresergebnis in Höhe von 99 Millionen Euro. Die Messe München ist damit mit Abstand die profitabelste Messegesellschaft in Deutschland, betonten die beiden Geschäftsführer unisono.

Auslandsaktivitäten stärken Wachstum

Der Messestandort München selbst steht dabei im Zentrum des Erfolgs. Ein Hauptgrund ist das sogenannte Mega-Messejahr mit der hohen Anzahl an Weltleitmessen wie BAU, automatica, drinktec, transport logistic und natürlich der bauma sowie der IAA MOBILITY. In München erwirtschaftete die Messe damit einen Umsatz von 517 Millionen Euro sowie ein EBITDA von 152 Millionen Euro. Das Jahresergebnis liegt bei 88 Millionen Euro. Gleichzeitig wies Pfeiffer darauf hin, dass das diesjährige Geschäftsjahr turnusgemäß niedriger ausfallen wird. 

Die Auslandsgesellschaften tragen natürlich zusätzlich zum hohen Konzernergebnis bei, betonten Pfeiffer und Rummel. Bei den 42 Auslandsveranstaltungen trafen mehr als 1,8 Millionen Besucherinnen und Besucher auf insgesamt 17 000 Aussteller. Mit der analytica USA sowie der transport logistic Americas wurde im vergangenen Jahr die weitere Marktbearbeitung in Nordamerika vorangetrieben. Im Fokusmarkt China sorgten IE expo sowie die Technologiemessen Laser China, productronica China oder electronica China für hohes Interesse bei Ausstellern und Besuchern. In Indien fanden mit der IFAT India, electronica India sowie der analytica Lab India zentrale Leitmessen aus dem Portfolio der Messe München statt, berichtete Pfeiffer.

„Unser Auslandsgeschäft ist eine tragende Säule für weiteres Wachstum und stärkt unsere Resilienz gegenüber marktbedingten Schwankungen. Wir werden auch künftig strategisch in das internationale Wachstum investieren“, erklärten die Geschäftsführer Pfeiffer und Rummel. Dies habe auch Vorteile für den Messestandort München: „Eine Vielzahl unserer Kunden lernen unsere Marken im Ausland kennen und kommen dann zur Weltleitmesse nach München.“

Die Investitionen spiegeln sich auch im bisherigen Geschäftsverlauf 2026 wider: Mit dem Erwerb des US-amerikanischen Messedienstleisters Tradeshow Logic im Januar 2026 gründete die Messe München eine neue Tochtergesellschaft für den nordamerikanischen Markt und die IFAT Saudi Arabia markiert den bislang erfolgreichsten Markteintritt der weltführenden Umwelttechnologiemesse im Ausland, freute sich Pfeiffer.

Turnusgemäß erwartet die Messe München allerdings für das Geschäftsjahr 2026 einen höheren Beitrag aus dem Ausland. So findet dieses Jahr die bauma in Indien und China statt. Die bauma CHINA im November 2026 in Shanghai wird aufgrund der großen Nachfrage erstmals zwei Messegelände belegen und das mit rund 4000 Ausstellern auf einer Fläche von 400 000 Quadratmetern. Laut Pfeiffer eine neue Dimension. Gleichzeitig betonte der Co-Geschäftsführer, dass China seit 25 Jahren der älteste und wichtigste Fokusmarkt der Messe München ist und man dort weiter wachsen will. 2027 findet in China erstmals auch die Automatica statt. „Wir wachsen in China gegen den Trend“, betonte Pfeiffer sichtlich erfreut.

München zählt zu den Top Kongressstandorten

Am Hauptstandort München folgt auf das Mega-Messejahr 2025 ein regulärer Messekalender mit 15 Eigenveranstaltungen, Beteiligungen und Kooperationen sowie 93 Gastveranstaltungen. Zur Jahresmitte können beide Geschäftsführer der Messe München trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen ein sehr positives Zwischenfazit ziehen.

München zählt auch zu den Top 10 Kongressstandorten in Europa, so Pfeiffer. In diesem Jahr festigt der Messestandort München darüber hinaus seinen Ruf als führende Innovationsmetropole der Gesundheitswirtschaft und Medizintechnologie. Bei allein fünf internationalen Leitkongressen kommen rund 60 000 Medizinerinnen und Mediziner sowie Fachvertreter aus diesem Segment in die bayerische Landeshauptstadt, darunter befindet sich auch der Kongress der European Society of Cardiology im August. Er zählt zu den größten medizinischen Fachkongressen weltweit. Mit mehr als 30 000 Teilnehmern gilt er als Leitformat für kardiologische Spitzenforschung.

Zudem laufen die Vorbereitungen der DMEA 2027. Europas Leitmesse der Digital Health-Branche wird ab dem nächsten Jahr bei der Messe München stattfinden, freute sich Pfeiffer.

Um die Attraktivität des Messestandorts weiterzuentwickeln, investiert die Messe München gezielt in die Infrastruktur und weitere Modernisierung des Geländes, das Investitionsvolumen hierfür liegt bei rund 80 Millionen Euro bis zum Jahr 2030, erklärte Rummel. Die Maßnahmen umfassen die technische Ertüchtigung des Freigeländes Nord, den Ausbau der PV-Anlagen auf den Dachflächen des Parkhauses West sowie die Installation von Digital Signage-Flächen auf dem Messegelände. Davon profitieren gleichermaßen Aussteller und Besucher und sichert die Positionierung der Messe München als Veranstaltungsort hochkarätiger und anspruchsvoller Großveranstaltungen und Kongresse.

Gezielte Investitionen in die Infrastruktur

Zudem setzt die Messe München laut Rummel mit einer KI-Strategie verstärkt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Messegeschäft und ihrer Verwaltung. Im Umsetzungsfokus stehen derzeit vor allem Angebote rund um Individualisierung, Matchmaking, Analytics und zur Leadgenerierung.

Die Veranstaltungen der Messe München sorgen nicht nur für eine gute Geschäftsentwicklung, sondern beeinflussen zusätzlich Wirtschaft und Gesellschaft in der Region. Laut einer aktuellen Berechnung des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos führt ein durchschnittliches Messejahr zu einer zusätzlichen Wertschöpfung in Höhe von 4,45 Milliarden Euro und sichert bundesweit 34 400 Arbeitsplätze. Ein Großteil dieser Effekte verbleibt in München und der Region, betonte Rummel.  (Friedrich H. Hettler)
 

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