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Tag der Bundeswehr 2026 auf dem Campus der Bundeswehr-Universität München in Neubiberg: Roboter sollen Unternehmen bei der Automatisierung und beim Umgang mit dem Fachkräftemangel unterstützen. (Foto: dpa/Michael Bihlmayer)

25.08.2026

Robotik in Bayern: Wenig Daten, begrenzte Förderung

Die Staatsregierung kann weder den Robotereinsatz in Bayerns Unternehmen noch wichtige Hindernisse für die Einführung von Robotern und Cobots detailliert beziffern. Die AfD fordert deshalb eine Überprüfung der Förderung und ein Robotik-Monitoring

Wer einen Roboter in seinem Betrieb einsetzen will, muss zunächst herausfinden, welche Förderung infrage kommt. Denn ein eigenes bayerisches Förderprogramm für Robotik und Cobots gibt es nicht. Stattdessen können entsprechende Vorhaben über verschiedene Programme unterstützt werden.

Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der AfD-Landtagsabgeordneten Florian Köhler, Oskar Lipp und Johannes Meier hervor. Die Abgeordneten wollten unter anderem wissen, wie viele Unternehmen in Bayern Roboter und Cobots einsetzen, wie viele Maschinen im Einsatz sind und welche Förderprogramme die Entwicklung, Herstellung und Anschaffung unterstützen.

Staatsregierung kennt Robotereinsatz nicht im Detail

Eine konkrete Zahl zum Robotereinsatz in bayerischen Unternehmen nennt die Staatsregierung nicht. „Der Bayerischen Staatsregierung liegen keine öffentlich verfügbaren Informationen in der gewünschten Detailtiefe vor“, heißt es in der Antwort. Für einen grundsätzlichen Überblick verweist sie auf die Statistik der International Federation of Robotics.

Auch die Robotik-Industrie lässt sich statistisch nicht eindeutig bestimmen. Robotik und Cobots seien kein eigenständiger Fördertatbestand und würden auch nicht durchgängig als statistisches Merkmal erfasst. Deshalb könnten Fördermittel, Anträge, Bewilligungen und Auszahlungen nicht gesondert nach Robotik ausgewiesen werden.

Die Staatsregierung begründet den Verzicht auf ein eigenes Robotik-Programm mit dem Querschnittscharakter der Technologie. Robotik verbinde unter anderem Maschinenbau, Sensorik, elektronische Systeme, Software und künstliche Intelligenz. Entsprechende Forschungsvorhaben könnten deshalb je nach Schwerpunkt über unterschiedliche Programme gefördert werden.

Beim Digitalbonus können kleine Unternehmen seit Juli 2024 unter anderem intelligente Robotik und Roboter-Hardware fördern lassen. Die Förderung beträgt bis zu 50 Prozent, maximal 7.500 Euro beziehungsweise 30.000 Euro bei besonderem Innovationsgehalt.

Wenige Förderfälle bei der Robotik

Die tatsächliche Zahl der Robotik-Förderungen fällt beim Digitalbonus allerdings gering aus: Nur 33 von rund 7.200 Fällen betrafen Robotik.

Beim Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft Digital (BaySL Digital) wird seit 2020 die Anschaffung von Feldrobotern gefördert. Insgesamt erhielten von 2020 bis 2025 97 Betriebe eine Bewilligung. Rund 3,07 Millionen Euro wurden bewilligt, rund 2,33 Millionen Euro ausgezahlt. Im Jahr 2025 gab es nur noch eine Bewilligung.

Das Programm war anfangs auch als „1000 Feldroboter-Programm“ beworben worden. Die Staatsregierung bewertet die Förderung für Feldroboter trotzdem „sehr positiv“. Sie verweist darauf, dass die Technik insbesondere bei der chemiefreien Beikrautregulierung zuvor benötigte und zunehmend schwer verfügbare Saisonarbeitskräfte ersetzen könne. Zugleich räumt sie ein, dass die Förderung „durchaus noch Entwicklungspotenzial“ habe.

Warum Unternehmen Roboter und Cobots möglicherweise nicht stärker einsetzen, kann die Staatsregierung ebenfalls nicht detailliert beantworten. Zu Investitionskosten, Fachkräftemangel, technischer Integration, Bürokratie, Finanzierung und fehlenden Anwendungsmöglichkeiten lägen ihr „keine Erkenntnisse in der gewünschten Detailtiefe“ vor.

Oskar Lipp, industriepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, bewertet die Zahlen deutlich kritischer. „Die Robotik-Förderung der Staatsregierung ist ein kompletter Reinfall“, sagt er. Bayern sei ein Industrieland, doch die Staatsregierung schaffe es aus seiner Sicht weder, eine Schlüsseltechnologie angemessen zu erfassen, noch die Förderangebote so auszugestalten, dass sie in der Wirtschaft ankämen.

AfD fordert Robotik-Monitoring

Lipp fordert deshalb eine Überprüfung der bestehenden Förderung und ein „belastbares Robotik-Monitoring für Bayern“. Die Staatsregierung müsse klären, warum die Programme so wenig angenommen würden und welche bürokratischen, technischen und wirtschaftlichen Hürden Unternehmen abschreckten.

Neue Maßnahmen sind zumindest teilweise vorgesehen. Das Cluster Mechatronik & Automation setzt nach Angaben der Staatsregierung einen Schwerpunkt auf „Robotik & Cobots“ und veranstaltet dazu Informationsangebote, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Beim BaySL Digital sind bis Ende 2027 keine Änderungen vorgesehen. Außerdem soll 2027 ein Projekt zum Einsatz von Robotik in der Pflege beginnen, Maßnahmen, Zeitplan und Finanzvolumen sind noch in Ausarbeitung.

Lipp kündigt an, parlamentarisch weiter nachzuhaken: „Große Ankündigungen ersetzen keine funktionierende Industriepolitik.“ (loh)

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