Politik

Wer gerade seinen Führerschein macht, muss am Ende tief in die Tasche greifen. Unter 3000 Euro ist der Erwerb der Fahrerlaubnis kaum noch zu kriegen, und wer die Prüfung nicht auf Anhieb schafft, ist schnell mit 4000 Euro und mehr dabei. (Foto: dpa)

28.02.2026

Führerschein light? Lieber blechen als crashen

Bundesverkehrsminister Schnieder (CDU) will den Führerschein billiger machen – Bayern hält dagegen

Wer gerade seinen Führerschein macht, muss am Ende tief in die Tasche greifen. Unter 3000 Euro ist der Erwerb der Fahrerlaubnis kaum noch zu kriegen, und wer die Prüfung nicht auf Anhieb schafft, ist schnell mit 4000 Euro und mehr dabei. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will jetzt an die Kosten ran. Er hat unter anderem vorgeschlagen, den Theorieunterricht vollständig online anzubieten, die Anzahl der möglichen Prüfungsfragen zu reduzieren, verpflichtende Sonderfahrten auf Autobahnen oder in der Dunkelheit zu reduzieren und das Üben in Simulatoren rechtlich zu verankern.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat da ein mulmiges Gefühl. Vor dem Hintergrund der 2025 wieder leicht gestiegenen Zahl an Verkehrstoten in Bayern, für die in beinahe jedem sechsten Fall junge Autofahrer zwischen 18 und 24 verantwortlich waren, warnt er davor, das Anforderungsniveau für den Führerschein zu senken. „Wir dürfen keine Fahranfänger auf die Straße lassen, die das Fahren noch nicht ausreichend beherrschen“, sagte Herrmann bei der Vorstellung der neuen bayerischen Verkehrsunfallstatistik.

Es sei unbestritten, dass die stark gestiegenen Kosten eine erhebliche finanzielle Belastung für viele junge Menschen und ihre Eltern darstellten, meinte Herrmann. Aber deshalb die Verkehrssicherheit gefährden? Als eine entscheidende Ursache für die hohen Kosten nannte er die gestiegene Durchfallquote bei der Prüfung und die daraus resultierenden zusätzlichen Fahrstunden. „Wenn jemand durchgefallen ist, ist das ein Zeichen dafür, dass er die Verkehrsregeln und das Fahren noch nicht richtig beherrscht“, urteilte Herrmann. Als Konsequenz daraus das Niveau zu senken, sei falsch. (Jürgen Umlauft)
 

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