Wirtschaft

Blick auf die Weinberge bei Michelbach am Wald, Öhringen-Michelbach. Steillagen im fränkischen Weinbau sollen künftig stärker gefördert werden. (Foto: dpa/A. Scholz)

14.07.2026

Winzer in der Krise – Mehr Geld für Steillagen

Handarbeit statt Maschinen: Für Frankens Steillagen-Winzer gibt’s bald mehr Geld. Doch reicht das, wenn immer mehr Betriebe aufgeben und der Markt schrumpft?

Frankens Winzer sollen zur Bewirtschaftung der arbeitsintensiven Steillagen künftig mehr Geld erhalten. „Wir werden ab dem Jahr 2027 die Steillagenförderung um 50 Prozent erhöhen“, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

In der höchsten Erschwernisstufe gibt es derzeit 4.000 Euro je Hektar, künftig sollen es 6.000 Euro sein, erklärte Weinbaureferent Stephan Schmidt vom Fränkischen Weinbauverband in Würzburg. Gerade in den Terrassenlagen könnten die Winzer nicht mit Maschinen arbeiten, sondern müssten alles per Hand erledigen. Dies verursache deutlich höhere Kosten als in Flachlagen.

Handarbeit treibt die Kosten

Steilhänge gehören zu den besten Lagen einer Region. Ein Steilhang muss nach Auskunft des Deutschen Weininstituts mindestens 30 Prozent Hangneigung haben. Etwa 14 Prozent der Rebfläche in Deutschland gehören dazu.

Schmidt zufolge erfordern Terrassenlagen im Schnitt 1.000 bis 1.200 Arbeitsstunden pro Hektar und Jahr. In flacheren Anbaugebieten seien dagegen Schlepper und Traubenvollernter im Einsatz. Dort fallen im Durchschnitt nur etwa 200 Arbeitsstunden je Hektar an. Etwa 20 Prozent der rund 6.000 Hektar Rebfläche in Franken sind Steillagen.

Weinbranche unter Druck

Nach der Entscheidung des Kabinetts soll auch der Einsatz von Drohnen im Steillagenweinbau erleichtert werden. Außerdem will die Staatsregierung Geld für die Entalkoholisierung von Wein sowie einen Innovationsfonds in Höhe von 300.000 Euro bereitstellen.

Die Weinwirtschaft kämpft derzeit mit sinkendem Weinkonsum, steigenden Kosten und Betriebsaufgaben. Nach Angaben des Fränkischen Weinbauverbands stammen nur vier von zehn in Deutschland getrunkenen Weinflaschen aus heimischer Produktion. (dpa)

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